Die Marburger Philipps-Universität ist hessenweit Vorreiter bei den Ein-Euro-Jobs an den Hochschulen. 23 Arbeitslose helfen in Bibliotheken, Archiven und Fachbereichen aus. [...]
Genau genommen werden die 23 Ein-Euro-Jobber an der Philipps-Universität auch mit 1,50 Euro pro Stunde bezahlt. Die meisten arbeiten im Bildarchiv Foto Marburg und in der Universitäts-Bibliothek, wo sie sich zum Beispiel um die Vergabe von Buchnummern kümmern. Weitere "Arbeitsgelegenheiten" finden sich im Fachbereich Biologie und im Institut für Fremdsprachenforschung, wo es um die Koordination der Bachelor- und Master-Studiengänge sowie um Archivarbeiten geht.
Weiterlesen beim Gießener Anzeiger.

Siehe dazu auch fzs: "Ein-Euro-Jobs in jeder Variante haben an den Hochschulen nichts zu suchen".


 
 

Dozentin gab aus Protest gegen Studiengebühren ihre Arbeit an der Hamburger Uni auf. Studierende dankbar für Solidarität. Interview bei der jungen welt. [...] Ich erwarte von niemandem, daß er oder sie das Professorenamt aufgibt, aber sie sollten sich trauen, der Presse gegenüber genauso wie ich zu sagen, daß sie das für nicht richtig halten. Ich kenne viele Kollegen, die so denken. [...]
Alle anderen DozentInnen und Angestellten an bundesdeutschen Universitäten halten die Umstände anscheinend noch für tragbar genug, um den Dienst stillschweigend anzutreten. Die Qualifikation dafür haben sie in einem kostenlosen Studium erworben.

Von moe um 15:03 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Hochschulexperte erwartet rund 5.000 Euro Schulden für Studenten nach Einführung von Gebühren
Hamburg (ots) - Die Einführung von Studiengebühren hat nach Ansicht des Experten Detlef Müller-Böling wesentlich undramatischere Auswirkungen als befürchtet. So entstünden durch Gebühren von 500 Euro pro Semester bei einer Studiendauer von zehn Semestern nur Schulden von 5000 Euro, wie der Leiter des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh in der ZEIT schreibt.
"Wahrlich kein Schuldenberg, der Absolventen in Verzweiflung stürzen muss", fügt er hinzu. Eine Abschaffung des Bafögs stehe aber für ihn nicht zur Debatte, mahnt Müller-Böling.
Manche Rektoren würden sich die Einnahmen durch Gebühren schönrechnen, indem sie sie mit der Zahl der Studenten multiplizierten. Ein Teil der Einnahmen werde jedoch für die Verwaltung und für soziale Ausgleichsmaßnahmen benötigt. Für die Universität Hannover blieben nach einer Beispielrechnung des CHE von 21 Millionen Euro Gebühren pro Jahr 16,5 Millionen Euro übrig. Statt Mythen zu produzieren, so fordert Müller-Böling, sollten Gegner und Befürworter von Gebühren lieber konstruktiv an sozialverträglichen Modellen für Studiengebühren arbeiten.

Wenn's nicht so ernst wäre, würde ich lachen.

Von heinrich um 11:46 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) will zum kommenden Wintersemester allen Studenten in Deutschland einen Studienkredit anbieten. Ein ähnliches Modell hatte zuvor das Münchner Ifo-Institut vorgeschlagen.

Die KfW teilte am Montag mit, sie arbeite derzeit an der Einführung eines bundesweiten Studienkreditangebots. KfW-Chef Hans Reich sagte in Frankfurt, dies solle möglichst zum Wintersemester 2005/06 auf den Markt kommen. Ziel sei es, Studenten unabhängig vom Fach, Einkommen und Vermögen der Eltern oder vorhandener Sicherheiten zu unterstützen. Rückzahlungen sollen abhängig vom Einkommen und vertretbar sein, hieß es weiter.

Der Kredit sei unabhängig von bestehenden staatlichen Hilfen und könne mit ihnen kombiniert werden. "Heutzutage erhalten nur 24 Prozent der Studenten Bafög, da klafft eine Lücke, die wir schließen wollen", sagte Reich.

Mit der geplanten Einführung von Studiengebühren habe das Angebot nichts zu tun.
(Hervorhebung durch mich, da es sich meines Erachtens nach um eine glatte Lüge handelt.)

Weiterlesen bei der Financial Times Deutschland: KfW will Studiengebühren vorfinanzieren.

Von moe um 20:03 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Heute haben ca. 25000 StudentInnen bundesweit gegen Studiengebühren demonstriert. n-tv gibt die Zahlen wie folgt an: In Leipzig protestierten nach Polizei-Angaben 8000 Studenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegen diese Pläne. In Hamburg demonstrierten 7000 Studenten aus nord- und ostdeutschen Hochschulen unter dem Motto "Studiengebühren stoppen, Bildung ist keine Ware". In Mannheim versammelten sich knapp 3000 Studenten, in Essen 1000. Zum Teil kamen blieben die Teilnehmerzahlen aber weit unter den Erwartungen der Veranstalter. In Berlin demonstrierten nur einige hundert Studenten. n-tv: Einige Studenten auf der Straße

Yahoo gibt die Zahlen etwas höher an: Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) sprach von insgesamt bis zu 25.000 Demonstranten. Damit sei "ein erstes und deutliches bundesweites Zeichen" gegen die Einführung von Studiengebühren gesetzt worden, erklärte der Sprecher des Aktionsbündnissen, Sascha Vogt. Er kündigte weitere bundesweite Proteste im Sommersemester an.

Allein in Leipzig beteiligten sich rund 8000 Studenten am Protestmarsch durch die Innenstadt. Die Zahlen für Hamburg schwankten je nach Angaben der Polizei und der Studentenvertreter zwischen 6000 und 10.000 Teilnehmern. In Berlin protestierten rund 1000, und in Mannheim wurde die Zahl der Demonstranten auf 4000 bis 6000 geschätzt. In Essen blockierten mehr als 1000 Demonstranten zeitweise eine Hauptverkehrsstraße mit einer Sitzblockade.
Yahoo!: Tausende Studenten protestieren bundesweit gegen Hochschulgebühren

Die Zahlen laut dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren: In Essen waren mehr als 2.000, in Hamburg 10.000, in Berlin 1.000, in Leipzig 8.000 und in Mannheim 6.000 Studierende auf die Straße gegangen.
Laut IndyMedia waren in Berlin ca. 2000 StudentInnen auf der Demo, siehe Berlin: rund 2000 bei Studi-Demo, am Ende Polizeiübergriffe. Ebenso finden sich dort einige Fotos von der Demo in Essen.

Von moe um 21:33 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Morgen finden zwar in der Tat einige Demos gegen Studiengebühren statt (ich berichtete). Und die Kritik mag teilweise radikal sein - etwas übertrieben ist jedoch die Annahme, daß sie militant sein wird, so wie Yahoo mehr oder minder unterschwellig behauptet. ;-)

Yahoo! Nachrichten: Fünf zentrale Demonstrationen gegen Studiengebühren

Von moe um 17:43 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Auch vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Studiengebührenverbot des Bundes sind in einigen Ländern bereits Gebühren erhoben worden. [...]
Inzwischen sind Langzeitstudiengebühren eher die Regel als die Ausnahme. Die höchsten Gebühren erheben nach einer Aufstellung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW/Köln) Hessen sowie die SPD- geführten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Hessen liegen die Langzeitstudiengebühren zwischen 500 und 900 Euro pro Semester, in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind es 650 Euro.
Weiterlesen bei lawchannel.de.

Von moe um 13:05 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Der hessische Ministerpräsident Koch hat sich gegen bundeseinheitliche Studiengebühren ausgesprochen. Die Bundesregierung plant ein Studienkredit-Modell für alle Hochschüler.

Der hessische Ministerpräsident, Roland Koch (CDU), hat sich für einen Wettbewerb der Bundesländer bei Studiengebühren ausgesprochen. Dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte er, wenn man Wettbewerb wolle, sehe er in einer einheitlichen Gebühr wenig Sinn. Gute Qualität dürfe auch teurer sein, so der CDU-Politiker. Koch rechnet damit, daß in fünf Jahren sehr viele, wenn nicht sogar alle Studiengänge in Deutschland kostenpflichtig seien.

Für eine bundeseinheitliche Gebühr hat sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ausgesprochen. Ziel müsse eine sozialverträgliche Regelung sein, sagte Platzeck der «Frankfurter Rundschau». Er wolle in den kommenden Tagen versuchen, sich mit seinen sozialdemokratischen Kollegen...
Weiterlesen bei der netzeitung.
Ohne Worte.

Von heinrich um 01:41 in Presse | 2 Kommentare | Kommentieren

 
 

Der Spiegel hat ein Interview mit dem Wirtschaftsjuristen Bernhard Nagel geführt. Sehr deutlich wird hier, was Studiengebühren bislang immer bewirkt haben: Über die Jahre steigen die Gebühren stetig an, während die staatlichen Hochschulausgaben weiter absinken.
Auszug aus dem Interview: Nagel: Genau dasselbe wird in Deutschland kommen, wenn Studiengebühren eingeführt werden: Man wird erstaunt sein, wie viele wegbleiben werden, und man wird nicht herausfinden, wo sie abgeblieben sind. Und ich befürchte, dass in Deutschland wie in Österreich das Geld jedenfalls auf Dauer nicht an den Hochschulen ankommt, sondern dass die Hochschuletats entweder sofort oder im Lauf der Zeit abgeschmolzen werden, die Studiengebühren also an den Finanzminister gehen.

Gibt es dafür Hinweise bei Ländern, die schon vor längerer Zeit Studiengebühren eingeführt haben?

Nagel: Es gibt kein Land, in dem es nicht so war. Selbst in den Niederlanden, die ein relativ moderates Studiengebührensystem eingeführt haben, haben wir die Parallelentwicklung einer Absenkung der staatlichen Hochschulausgaben und einer Erhöhung der Studiengebühren.
Weiterlesen bei Spiegel Online.

Von moe um 16:27 in Presse | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Studiengebühren in Hessen sind zwar verboten, und zur Einführung der Studiengebühren für LangzeitstudentInnen log uns der Wissenschaftsminister Udo Corts vor, er habe nicht vor allgemeine Studiengebühren einzuführen. Was bislang auch an der hessischen Verfassung scheitern würde. Nun sieht die Sache schon wieder ein bißchen anders aus: Hessens Wissenschaftsminister hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Hochschulrahmengesetz der Bundesregierung begrüßt. Dadurch werde die Kompetenz der Länder in der Bildungspolitik gestärkt, der Bund sei von Karlsruhe erneut in die Schranken gewiesen worden. Die hessische Landesregierung werde in einem Gutachten prüfen lassen, ob die Einführung von Studiengebühren in Hessen verfassungsrechtlich erlaubt ist, sagte Corts der FR. Ein paar Anhänger hat er mit dieser Idee auch schon gefunden: Die Universitäts-Präsidenten nahmen das Urteil unterschiedlich auf. Der Frankfurter Präsident Rudolf Steinberg, lobte die Bedingungen, an die die Entscheidung geknüpft sei. Der Gießener Uni-Präsident, Stefan Hormuth, sagte: "Die Hochschulen können das auch zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihres Profils nutzen. Er warnte jedoch davor, Studiengebühren überhastet einzuführen." Weiterlesen bei der Frankfurter Rundschau.

Weiterhin ist Herr Corts der Ansicht, es ginge den hessischen Hochschulen gut: Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU), der das Urteil des Bundesverfassungsgerichts begrüßte, will trotz des Artikels 59 die Einführung von Studiengebühren in Hessen nur für dieses Jahr ausschließen. Er kündigte ein Gutachten zu der Frage an, ob der entsprechende Artikel die Einführung von Gebühren tatsächlich ausschließt. Experten sind sich in dieser Frage uneinig. Corts: "Es besteht kein Grund zur Eile, die hessischen Hochschulen sind solide finanziert." Der Minister will nun die Entwicklung in den anderen Bundesländern verfolgen und mit diesen nach einem gemeinsamen Weg suchen. (Hervorhebung von mir) [via Wiesbadener Kurier]