Im folgenden handelt es sich um eine schriftliche Arbeit von Marco Geis im Rahmen des Vordiploms, die den Wandel der Hochschulen der letzten zehn Jahre untersucht. [...]

In dieser Arbeit soll zum einen auf das Verhältnis zwischen der relativen Autonomie der Hochschule an sich und ihrer strukturellen Eingebundenheit in das polit-ökonomische System eingegangen werden. Zum anderen sollen ihre Entwicklungstendenzen innerhalb dessen im Rahmen neoliberaler »Reformpolitik« des letzten Jahrzehnts beleuchtet werden.
Hierfür wird in einem kurzen Rückblick auf die Anfänge der Forderung nach Autonomie von Wissenschaft und Hochschule eingegangen (Gliederungspunkt 2). Anschließend soll der hochschulpolitische Wandel von der Gruppenuniversität zur Dienstleistungshochschule innerhalb der letzten zehn Jahre (Gliederungspunkt 3) sowie das Ergebnis dessen (Gliederungspunkt 4) dargestellt werden. Danach folgt eine Wertung dieses Wandels im Rahmen des Verhältnisses der Hochschulen zur Gesellschaft (Gliederungspunkt 5) woraufhin im Fazit ein abschließendes Urteil über die Frage der Autonomie der Hochschulen gefällt und in diesen Zusammenhang ein Ausblick auf ihre zukünftige Entwicklung gegeben wird (Gliederungspunkt 6).

Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung -3-
2. Rückblick -4-
3. Von der Gruppenuniversität zur Dienstleistungshochschule -6-
a.Leistungsbezogene Mittelverteilung -9-
b.Ranking -11-
c.Bologna-Prozess -13-
d.Studiengebühren -15-
e.Abbau demokratischer Legitimation -16-
4. Ein Modell setzt sich durch -17-
5.Bedeutung des Wandels -17-
a.Das qualitativ Alte -18-
b.Das qualitativ Neue -22-
6.Fazit und Ausblick -25-
7.Literaturverzeichnis -28-
PDF-Download [via marburg breakout]

Von moe um 11:29 in Kritisches | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Anlässlich eines Festaktes im Rahmen des Dies Universitatis an der Eberhard Karls Universität in Tübingen wurde Prof. Peter Gaethgens, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, ziemlich überrascht.

Noch bevor der Gast mit seiner Rede beginnen konnte, betraten mehrere Studierende in Anzügen die Bühne. Zwei davon trugen bunte Geschenkkartons.
Mit den Worten: "Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten uns hiermit bei Herrn Prof. Gaethgens für seinen Einsatz für Studiengebühren bedanken", unterbrach einer der Studierenden den Festakt, um im gleichen Augenblick den Deckel des Kartons zu heben und dem Herrn Prof. Gaethgens mit Hilfe eines sehr sportiven Ausfallschrittes eine Schoko-Sahnetorte voll ins Gesicht zu drücken.
Weiterlesen bei indymedia.


 
 

Eben per Email bekommen:

Hallo liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

Ihr seid gefragt!

Morgen, am Mittwoch den 2.11.05 erwartet Euch auf dem Weg zur Mensa am „Mann im Turm“ eine kleine Überraschung. Die Gruppe „Studenten für freie Bildung“ hat einen Protest gegen Studiengebühren geplant.

Es wäre schön, wenn Ihr zwischen 10h und 15h zahlreich vorbeischauen würdet und Freunden und Bekannten von der Aktion erzählt.

Dort erwarten Euch neben unserem „Aufhänger“ auch Informationen zum Thema Studiengebühren, die Ihr natürlich mitnehmen könnt!

Von moe um 19:16 in Giessen | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Nach zähen Verhandlungen haben sich die niedersächsische Landesregierung und die Hochschulpräsidenten auf die Einführung von Studiengebühren und feste Finanzzusagen für die Hochschulen bis zum Jahr 2010 geeinigt. Ministerpräsident Christian Wulff und die Hochschulleitungen unterzeichneten am 11. Oktober in Hannover einen „Zukunftsvertrag“. Damit soll unter anderem gesichert werden, dass die Landeszuschüsse für die 26 Hochschulen in Niedersachsen nicht verringert werden. Außerdem wird festgelegt, dass vom Sommersemester 2007 an alle 150.000 Studenten 500 Euro Gebühren pro Semester zahlen.
Der Hochschulpakt regelt, dass die jährliche Finanzhilfe des Landes für die Einrichtungen bis zum Jahr 2010 auf dem Niveau von insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro bleibt. Bei den Einnahmen aus den Studiengebühren sei von 2007 an mit rund 130 Millionen Euro jährlich zu rechnen. Die Studiengebühren sollen den Hochschulen zukommen. Allerdings plant Wissenschaftsminister Lutz Stratmann, die Hochschulen zu verpflichten, sechs Prozent in einen Ausfallfonds zu zahlen. Damit sollen die Banken gegen Verluste abgesichert werden, wenn Studenten ihre Kredite, die sie für die Studiengebühren aufgenommen haben, nicht zurückzahlen können.
HRK-Präsident Peter Gaehtgens hat den geplanten Einsatz von Studiengebühren zur Absicherung von Ausfallrisiken scharf kritisiert. „Die Risikoabwälzung auf die Hochschulen ist völlig kontraproduktiv“, sagte Gaehtgens am 12. Oktober der dpa. Es könne nicht sein, dass diese Aufgabe wieder den Hochschulen aufgebrummt“ werde. „Das ist grotesk und verfehlt das primäre Ziel, mit Studiengebühren die Studienbedingungen zu verbessern“, so der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

(Quelle: dpa Kulturpolitik via evaNet-Newsletter Nr. 38

Von heinrich um 18:33 in Studiengebuehren | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Die Umfrage "Perspektive-Deutschland" ist am 13. Oktober 2005 in die fünfte Auflage gestartet. Unter perspektive-deutschland.de kann mensch zu den Schwerpunktthemen Arbeit und Wirtschaft, Familie und Kinder, soziale Sicherung und Bildung seine/ihre Meinung sagen.

Unter anderem geht es um den "hauptsächlichen Verbesserungsbedarf im Bereich Hochschule". Aus folgenden Änderungsvorschlägen darf man drei auswählen:* Auf- und Ausbau von international anerkannten Studiengängen
* Verkürzung der Studienzeiten
* Einführung von Studiengebühren, wenn ausreichend Stipendien für finanziell Benachteiligte zur Verfügung stehen
* Bezahlung der Universitätslehrenden nach Leistung
Stärkere Praxisorientierung und weniger Theorievermittlung an den Hochschulen
* Stärkere Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, z.B. Teamfähigkeit
* Mehr Wettbewerb zwischen den Hochschulen
* Pädagogische Aus- und Fortbildung der Wissenschaftler
* Stärkere Durchlässigkeit zwischen Berufsausbildung und Studium
* Mehr private Hochschulen
* Stärkere Beratung und Begleitung der Studierenden während des Studiums
Neoliberalismus, ick hör Dir trapsen. Ob da neben den Initiatoren stern, ZDF und WEB.DE wohl das Beratungsunternehmen McKinsey & Company seine Finger im Spiel hatte?
Meine Wünsche:
* Demokratisierung der Hochschulen
* Kostenfreies Studium inklusive Grund-Förderung für alle
* Freiheit der Forschung

Von heinrich um 00:43 in Umfragen | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Auch an der Uni Gießen werden zu diesem Semesterbeginn wieder StudentInnen aus überfüllten Seminaren rausgeworfen oder rausgelost. Ob man dies als ordnungsgemäss immatrikulierte(r) StudentIn einfach so hinnehmen muss, scheint mehr als fraglich. Bei der Demokratischen Linken kann man dazu nachlesen:

Der AStA der Uni Potsdam hat ein Gutachten anfertigen lassen, dass sich dem leidigen Thema der TeilnehmerInnenbeschränkungen in und Rausschmissen aus Seminaren annimmt. Das eindeutige Ergebnis: Einfach so raus schmeißen geht nicht. Der Begrenzung der Teilnehmerzahl stehen eindeutigen rechtliche Hürden im Weg und die Teilnahme an Seminaren kann nicht allein mit Hinweisen in Vorlesungsverzeichnissen oder Ankündigungen vor überfüllten Seminarräumen durchgesetzt werden. Obwohl das Gutachten von der Rechtslage in Brandenburg ausgeht, ist anzunehmen, dass die Schlüsse, zu der es kommt, auch in Hessen gelten können
Weiterlesen.

Das komplette Gutachten steht auch als PDF zum Download zur Verfügung:
http://www.stud.uni-potsdam.de/~vefa/gutachten.pdf

Von moe um 02:07 in Allgemeines | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Gegen die Einrichtung von Ein-Euro-Jobs beim Studentenwerk und für die Schaffung von Vollzeitarbeitsplätzen hat sich der Asta der JLU in einer Presseerklärung ausgesprochen. Hintergrund ist die Einrichtung eines Ein-Euro-Jobs in der Fahrradwerkstatt des Studentenwerks. [...]
Eine Aktion Gießener Studierender, die sich für eine Festeinstellung des Fahrradmechanikers und gegen die Einführung von Ein-Euro-Jobs eingesetzt hatte, habe mehr als 1000 Unterschriften allein an der JLU gesammelt. Ende Oktober solle nun das Beschäftigungsverhältnis ohne Aussicht auf eine Festeinstellung enden.
Im Gegenteil: Das Studentenwerk suche nun nach Studierenden, die die Fahrradwerkstatt auf 400 Euro Basis übernehmen. [...]
"Erst nutzt das Studentenwerk einen gut qualifizierten Fahrradmechaniker ein halbes Jahr für seine Zwecke aus, profitiert von den Einnahmen der Werkstatt, lässt ihn dabei ein halbes Jahr in der Hoffnung, er könne eine Vollzeitbeschäftigung erhalten und ersetzt ihn dann kurzerhand durch Studierende auf Niedriglohnbasis", kommentiert Kai Dietzel, der Antidiskriminierungsbeauftragte des bundesweiten studentischen Dachverbandes (fzs) die Maßnahmen des Studentenwerkes.
Der Asta der JLU spricht sich "gegen solche menschenverachtende Praktiken aus und fordert das Studentenwerk auf, keine Ein-Euro-Jobber einzustellen, sondern neue Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse einzurichten.
Weiterlesen beim Gießener Anzeiger

Tags: , , , .


 
 

René Fouquet dokumentiert die Bedingungen der Seminar-Anmeldung für AnglistikstudentInnen an der Uni Gießen. Es ist so überfüllt, dass man sich für die unwichtigen Seminare nach ca. 2 Stunden Wartezeit anmelden kann. Wenn man Glück hat.

Die meisten meiner Kommilitonen - größtenteils Lehrämtler, die an die Didaktik-Seminare wollten, hatten nicht soviel Glück. Sie gehen leer aus. Vielleicht nächstes Semester dann. Oder das Semester drauf. Oder das danach. Hey - die Landeskasse braucht die Gelder aus den "Langzeitstudiengebühren".
 

Weitere Fotos dieses munteren Treibens gibts bei Flickr.

Aus aktuellem Anlass könnte man sich als Studierende(r) nun überlegen, dass
  • ... jede(r) ordnungsgemäss eingeschriebene StudentIn das Recht hat, die dem Studienplan zugrundeliegenden Veranstaltungen ohne Verzögerungen zu besuchen,
  • ... jede(r) StudentIn dieses Recht auch in Anspruch nehmen kann - denn es ist keine Frage studentischer Solidarität, die eigenen Seminarplätze jemand anderem zu überlassen, und dadurch Gefahr zu laufen, das eigene Studium zu verlängern,
  • ... jede(r) eingeschriebene StudentIn der Uni Gelder einbringt, welche dazu verwendet werden müssen, diesem/dieser StudentIn eine Hochschulausbildung zu ermöglichen,
  • ... Studiengebühren von LangzeitstudentInnen erhoben werden, während die Uni gleichzeitig die Bedingungen für eine verlängere Studiendauer schafft,
  • ... und die Semesterbeiträge bei anhaltender Tendenz höher sind als jemals zuvor.
Es liegt nun leider an den Studierenden, die ihnen nicht entgegengebrachten Leistungen einer Hochschulausbildung auch einzufordern.

Von moe um 19:09 in Giessen | 0 Kommentare | Kommentieren