Die FR berichtet über die Vorstellung der Kandidaten für den Posten des Uni-Präsidenten an der größten hessischen Universität:
(...) musste sich Amtsinhaber Rudolf Steinberg am Mittwoch der erwarteten Kritik stellen. Der 62-Jährige tritt im Februar zur Wiederwahl an. Sein Gegenkandidat ist der Vizepräsident der Universität Erfurt, Dietmar Herz. (...)
Steinberg wird (...) vorgeworfen, den Umzug der im Uni-Turm angesiedelten Fachbereiche auf den Campus Westend zu verhindern. Zugleich kritisieren die Studenten, dass sich der Präsident für Studiengebühren einsetzt und den Campus im Westend "mit einem Zaun von den Bürgern abschirmt". Steinbergs Konzept sei vom Elitegedanken bestimmt. "Alles, was in dieses Konzept nicht passt, wird tatkräftig abgewickelt", heißt es in dem Protestpapier.
(...) Sein Gegenkandidat, der Politikwissenschaftler Herz, bezeichnete die Frankfurter Universität als sehr forschungsstark. Es fehle aber an der "Balance zwischen Lehre und Forschung". Die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master eröffneten neue Möglichkeiten für eine bessere Ausbildung der Studierenden. Zugleich plädierte der Erfurter für die Einführung von Studiengebühren. Diese seien "gerechter als das bisherige System". Für den Fall seiner Wahl kündigte Herz einen "kooperativen Führungsstil" an. Den Zaun um den Campus Westend bezeichnete der 47-Jährige als überflüssig.
Siehe auch: Der Zaun muss weg! (AStA Uni FFM)
Auf einer Tagung über "Elitebildung an staatlichen Hochschulen" in Berlin forderte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt "Elitehochschulen", die die besten Studenten und Forscher auch aus dem Ausland anziehen. Zu einem wirklichen Wettbewerb gehöre, die Unis konsequent zu deregulieren und die staatliche Mittelzuweisung von Leistungen im Wettbewerb abhängig zu machen. (...)
Nikolaus Schweickart, Vorstandschef des Pharma- und Chemiekonzerns Altana AG, nannte als Vorbild der neuen Elite-Kampagne nicht Harvard oder Stanford, sondern die University of California in Berkeley, eine US-Hochschule, die staatlich finanziert sei. Wo eine solche Uni stehen und welches Land sie finanzieren soll, verrieten die Arbeitgebervertreter nicht.
Wohin ihr politischer Vorstoß zielt, machte Schweickart aber klar: Elite setze nicht nur voraus, dass die Hochschulen über Mittel frei verfügten, sich ihre Studenten und Professoren selbst aussuchten, Patente selbst vermarkteten und privates Kapital mobilisierten, sondern auch, dass sich Studiengebühren bundesweit durchsetzten, "auch wenn einige wenige Bundesländer sich noch zieren". Entstaatlichung heißt das Schlagwort.
Der ganze Artikel in der Berliner Zeitung
Die neue Herrin im Hause BMBF sieht in der Förderung der Wissenschaft die Zukunftsaufgabe für Deutschland. "Bildung und Forschung werden in Deutschland die neue Gerechtigkeit schaffen", sagte sie am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. Sie werde entschlossen gegen jede Form der Benachteiligung vorgehen, sagte die Ministerin. "Wir werden die Benachteiligten in der Bildung genauso fördern wie Exzellenz in der Forschung." Bildung und Forschung seien untrennbar miteinander verknüpft.
Die Ministerin unterstrich die Bedeutung der Förderung junger Menschen. "Unsere Kinder brauchen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die besten Chancen bei Bildung und Ausbildung." Der Teufelskreis von schwacher sozialer Herkunft und schlechter Bildung müsse durchbrochen werden.Zur Pressemeldung und zur Regierungserklärung (PDF) der neuen Bundesforschungsministerin.
Danke liebe Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
im Landesverband Hessen e. V.. Wir können auf Deiner Website lesen: Auf unsere Stellungnahme gegen Studiengebühren im Erststudium sicherte uns die CDU-Landtagsfraktion zu, keine entsprechenden Gebühren einzuführen. Die DLRG-Jugend Hessen hatte in ihrer Stellungnahme befürchtet, dass sich allgemeine Studiengebühren negativ auf das ehrenamtliche Engagement von jungen Menschen auswirkt.
Nach Deiner Ansicht (siehe FR vom 30.11.) gefährden Gebühren nämlich ehrenamtliches Engagement: "Studierende müssen für die Finanzierung ihres Studiums vermehrt arbeiten, haben deswegen weniger Zeit für ihren Verein." Dies wäre nicht nur kontraproduktiv für die Ehrenamtskampagne des Landes. Gebühren gefährdeten auch die Sicherheit an hessischen Seen, Flüssen und Bädern. Jährlich würden dort 300 000 Wachstunden ehrenamtlich geleistet. Überwiegend von jungen Menschen in ihrer Freizeit.In der Tat ein Aspekt, der absolut noch nicht ausreichend beleuchtet wurde in der Debatte um Studiengebühren. Danke DLRG!
Studis online bietet in der bekannten Service-Mentalität die
Übersicht der geplanten Proteste gegen Studiengebühren. Hessen kommt (bislang) nicht drin vor.





