Privatuniversität ["an einem für eine Hochschule einzigartigen Standort (Campus mit Strand)"] entwickelt innovatives Vorfinanzierungsmodell mit Sparkasse Bodensee
(...) "Die Intelligenz der Bewerber steht nicht zwingend im Zusammenhang mit dem Vermögenshintergrund der Eltern", das weiß Stephan A. Jansen, Gründungspräsident der privaten Zeppelin University (ZU) und selbst BAföG-Empfänger, aus eigener Erfahrung mit der Auswahl Studierender an privaten Hochschulen und Stiftungen. Während an den öffentlichen Hochschulen noch auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über die Einführung von Studiengebühren für das Erststudium gewartet wird, sind diese an privaten Hochschulen bereits Normalität - ebenso wie die eigene Auswahl der Studierenden.
Die Zeppelin University am Bodensee, die seit Juni letzten Jahres staatlich anerkannt ist, hat sich unmittelbar um eine sozialverträgliche und gleichzeitig unternehmerische Lösung der Finanzierung der Studiengebühren gekümmert. "Bei uns studiert jeder, der das geistige Leistungsvermögen mitbringt und die erforderliche Leistungsbereitschaft zeigt - unabhängig davon, ob er oder sie sich das Studium derzeit leisten kann", erklärt Ökonomieprofessor Jansen die Grundidee des Finanzierungsmodells der privaten Universität. Die Hochschule erhebt Studiengebühren von derzeit 633 Euro im Monat - und liegt damit im oberen Mittelfeld der privaten Hochschulen. Jansen fand für seine Idee eines intelligenten Finanzierungsmodells sofort einen kompetenten und engagierten Partner vor der Haustür: Die Sparkasse Bodensee.
Das Modell: Die Sparkasse finanziert die Studiengebühren für die Studierenden zu einem vergünstigten Zins vor und vereinbart einen individuellen Rückzahlungsplan, der ein Jahr nach dem Einstieg des Studierenden in das Berufsleben beginnt. (...)
Das Engagement der Sparkasse ist in mehrfacher Weise ungewöhnlich wie vorbildlich: Die Sparkasse vertraut auf das strenge Auswahlverfahren der Zeppelin University und verzichtet weitgehend auf die sonst übliche Bonitätsprüfung. Diese würden die meisten Studierenden in einem Alter von 18 bis 22 Jahren auch kaum bestehen. "Wir vertrauen in die Zukunft dieser ausgewählten und engagierten Studierenden", so Bühlers Einschätzung.
Die Flexibilität bei der Rückzahlung dient den individuellen Lebensentwürfen der Studierenden. Ob der Direkteinstieg in die Praxis oder noch ein Master obendrauf, alles kann individuell vereinbart werden. Der Ausfall durch die Zinsvergünstigung stellt darüber hinaus eine erhebliche Unterstützung der ambitionierten Universität am Bodensee durch die Sparkasse dar.
Quelle: Pressemitteilung aus dem IDW [ ] Einschub von zeppelin-university.de

Wer weiss: vielleicht sind die hessischen Banken und Sparkassen für ein ähnliches Modell zu haben... dann sollten die Studierenden aber auf einem Strand bestehen :-)

Von heinrich um 11:29 in Studiengebuehren | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

Köln (dpa) - Die Gebühren für Langzeitstudenten in Nordrhein- Westfalen sind nach Beschlüssen des Kölner Verwaltungsgerichts rechtmäßig. Sie schränkten das Grundrecht der Ausbildungsfreiheit nicht unverhältnismäßig ein, teilte das Gericht in Köln mit.

Wer vor dem dritten Semester das Fach wechselt, muss die ersten Semester aber nicht auf die Studiendauer des neuen Fachs anrechnen lassen. Diese Regelung im Gesetz kommt auch Studenten zu Gute, die schon vor Einführung der Studiengebühr das Fach wechselten.

Die Studiengebühr beträgt 650 Euro pro Semester, wenn die anderthalbfache Regelstudienzeit überschritten wird. Dagegen hatten mehrere Studenten in Köln geklagt.

Quelle: dpa - Meldung vom 04.05.2004

Von heinrich um 15:42 in Studiengebuehren | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

"Nicht Gebühren schrecken ab, sondern Lebenshaltungskosten", so der Kasseler Hochschulforscher Ulrich Teichler in der Süddeutschen Zeitung vom 1.3.2004
In dem Bericht findet sich u.a. ein interessanter Ländervergleich und folgende Zitate:
„Sie können nicht so viel Schaden anrichten, wie die Gegner sagen, aber sie bewirken auch nicht so viel Positives, wie ihre Befürworter versprechen.“
(...)
Die Hoffnung, über Gebühren mehr Geld in die Kassen zu bekommen, könnten sich die Hochschulen sofort abschminken, meint Ulrich Teichler: Überall, wo in den vergangenen zwei Jahrzehnten Studiengebühren eingeführt wurden, seien die Pro-Kopf-Ausgaben des Staates für einen Studenten gekürzt worden.

Den ganzen Artikel lesen.

Von heinrich um 11:32 in Studiengebuehren | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

In einer Pressemitteilung will uns das BMB+F weismachen:
Das Studium ist für die jungen Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren wieder deutlich attraktiver geworden. (...)
Bundesministerin Edelgard Bulmahn sieht darin einen Erfolg der Politik der Bundesregierung. "Mit der BAFöG-Reform haben wir jungen Menschen aus wirtschaftlich schwächeren Familien das Studium ermöglicht."

Wenn nur Studiengebühren, Verwaltungsgebühren und Mittelkürzungen nicht wären...

Von heinrich um 16:04 in Studiengebuehren | 0 Kommentare | Kommentieren

 
 

In der ZEIT 07/2004 (Seite 27, leider nicht online) gibt es ein Interview mit dem Bundeskanzler, in dem Schröder sich für mehr Wettbewerb unter den Hochschulen, aber kritisch gegenüber Studiengebühren äußert. Die Pressemitteilung mit Vorab-Zitaten gibt es hier.

Von heinrich um 16:36 in Studiengebuehren | 1 Kommentar | Kommentieren

 
 

Leider sind wir Deutschen nicht so kostenbewußt erzogen worden wie die Engländer oder die Amis. Dort gibt es keine höhere Bildung ohne dicke Brieftasche.
Wir sind allerdings eine soziale Marktwirtschaft - d.h. auch ich finde, wer sein Erststudium in der Regelstudienzeit durchboxt, sollte nichts bezahlen müssen.
Jeder der länger studiert oder weitere Fächer angeht sollte aber schon zur Kasse gebeten werden. Die momentane Staffelungsidee ist ein guter Anfang. So produziert man finanziellen Druck bei Langzeitstudenten.
Sobald aber ein Student Studiengebühren zahlen muss, darf auch eine vom elterlichen Einkommen unabhängige Finanzierungsmöglichkeit nicht fehlen. Soziale Gerechtigkeit muss in jedem Fall gewährleistet werden.
Günstige Studentenkredite wären ein Schritt in die richtige Richtung. Dabei ist es nicht nötig, wie beim BaFög das elterliche Einkommen, sondern der Bank einen realen Studienplan und ein berufliches Ziel darzulegen, in das sie finanzieren soll. Staatliche Förderungsprogramme für gute Leistungen oder staatliche Studienkreditversicherungen sollten das Programm begleiten.
Bisher übernimmt der Staat die Auslagen für Bildung. Wenn der Studierende auf Pump studiert (ohne Bürokratiehürden wie beim BaFög) und das benötigte Geld, inklusive Zinsen, zurückzahlt, wenn er eine Arbeit gefunden hat, haben beide Parteien was sie wollen.
Wir Studierende haben die soziale Gerechtigkeit, denn jeder kann so einen Kredit bekommen, und der Staat hat seine Studiengebühren.
Was ich dann aber fordere sind:
- Die Gebühren kommen ausschließlich der Bildungseinrichtung zugute !!!!!
- Das Geld verschwindet nicht in dubiosen staatlichen Töpfen, die nur der Diätenerhöhung dienen.
- Die Studierenden haben Einblick in der Finanzhaushalt der Hochschule und können sich davon überzeugen, dass das Geld richtig verwaltet und verwendet wird.

Ohne diesen Verwendungsnachweis bin ich nicht bereit einen Cent Studiengebühren zu zahlen, weil ich glaube, dass die entscheidenden Gremien der hessischen Landesregierung das Geld aus Studiengebühren für ihre studienfremde oder sogar private Interessen einsetzen wollen. Ich persönlich traue Politikern nicht weiter, als ich sie werfen kann. Nach der Wahl geht es nur noch darum, sich die eigenen Taschen voll zu stopfen, damit man irgendwann dabei erwischt wird und mit einer dicken Abfindung und einer supersaftigen Rente abtritt. Derweil gibt's Kaviar und Champagner auf Staatskosten und nach dem Abtritt kommt noch der eigene Benz dazu.
Ich bin dafür, dass jeder Politiker nur noch Golf als Dienstwagen fährt und sämtliche Luxusartikel von allen Einkaufslisten der Regierung gestrichen werden. Dann braucht man wahrscheinlich keine Steuerreform, keine Studiengebühren und es gibt plötzlich keine Milliardenlöcher im Haushalt mehr.
Sparen sollen immer nur diejenigen, die sich schlecht dagegen wehren können - die kleinen Leute.
Der Herr Minister kauft seiner Frau den Nerz und schlürft Dom Perignon und läßt den MegaBenz jeden Tag volltanken ohne mit der Wimper zu zucken - das zahlen die schon, die kleinen Steuerzahlerwichser. Ansonsten bitten wir eben noch die Arbeitslosen, die Rentner und die Studenten zur Kasse - dann können wir unseren Luxus schon weiter finanzieren.
Mich stört nicht, dass gespart werden muss, sondern nur: wer sparen muss und wer dabei weiter Geld wegschmeissen darf.