Das Bundeskabinett hat gestern in Berlin den Bericht „Lebenslagen in Deutschland - Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ beschlossen.

In der Pressemitteilung des BMGS (Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung) werden die katastrophalen Ergebnisse folgendermaßen zusammengefasst (Auszüge):

„(...) Dieser Bericht ist ehrlich in der Sache. Es ist das Verdienst der rot-grünen Bundesregierung mit dem Armuts- und Reichtumsbericht zu sagen - wo die Probleme liegen und wie wir sie lösen wollen. Viele Jahre war die Armutsfrage politischer Streitpunkt im Parlament. Diese Bundesregierung hat dem Parlament für viele Entscheidungen eine sehr gute Grundlage verschafft. Wir haben mit der Armuts- und Reichtumsberichterstattung das
umgesetzt, an das sich die Vorgängerregierungen nicht herangetraut haben. (....)" ... zur vollständigen PM des BMGS
Die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber erledigt: Gehörten 1998 der ärmeren Hälfte der Bevölkerung noch 3,9 Prozent des gesamten Nettovermögens, waren es 2002 nur noch 3,8 Prozent. Das reichste Zehntel konnte dagegen seinen Anteil von 44,4 Prozent auf 46,8 Prozent steigern. Beide Tendenzen sind durch die »Agenda 2010« auf Dauer festgezurrt und werden sich weiter verstärken. (...) Kritische Worte fand er (Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär, Anm. d. Red.) dagegen zur Bildungspolitik. Eine Gesellschaft könne sich nicht damit abfinden, daß zehn Prozent der Hauptschüler keinen Abschluß erreichten und 15 Prozent der jungen Menschen, unter Migranten sogar 35 Prozent, ohne Ausbildung blieben. 18 Prozent aller Kinder unter 15 gelten laut Bericht als arm. Von 100 Kindern aus armen Familien schaffen nur elf einen akademischen Abschluß, von 100 Kindern aus Familien mit hohem Einkommen dagegen 81. (...)

vollständiger Bericht aus der jW
Download des 2. Armuts- und Reichtumsberichtes

# Donnerstag, 3. März 2005, 20:57, von mr.fritte in Kritisches

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