Leider kann ich, sebst als Studentin, die aktuellen Protesten, nicht mehr unterstützen. Sicherlich bin ich gegen Sozialabbau, gegen Studiengebühren und habe bislang auch die Aktionen unterstützt. Aber das Besetzen der Autobahn halte ich für äußerst kontraproduktiv , egoistisch und verantwortunglos! Und egal was die Polizei daraus macht, Initiator waren die Studis! Mal davon abgesehen, dass in diesen Autos Betroffene sitzem (zumindest des Sozialabbaus)- gegen die IHR demonstriert, meint ihrt im Ernst den Roland juckt es, im seinen klimatisierten Büro das auf Ffm´s Straßen die Hölle los ist? Gestern waren es über 30 Grad. Ich persönlich stand 2h im diesem Stau, neben mir eine Frau deren Kinder, wegen euch alleine zuHause waren, Menschen die nicht mehr zur Arbeit konnten und Urlaub genommen haben... Aber das interessiert nicht, ihr handelt gedankenlos und verlangt Solidarität. Ihr bringt die Leute gegen euch auf und wundert euch, dass es kein KICK IT LIKE FRANKREICH gibt.
Warum besetzte ihr nicht die Ministerien mit 3000 Mann? Blockiert die Vernatwortlichen nicht die Betroffenen? Warum arbeitet ihr nicht mit den Ärzten zusammen? Das sind auch Akademiker!! Ich persönlich werde mir überlegen, ob ich die AKtionen der Asta weiter unterstütze, habe ich bisher solidarisch gehandelt, schließlich bin ich bis zum WS 06/07 exmatrikuliert, kann ich das von euch nicht behaupten.
Ich bin gegen Studiengebühren und gegen Sozialabbau, aber ich halte das momentane Konzept für nicht glaubwürdig und wirkungslos. Schade, denn das Potenzial Massen zu bewegen ist da. Vielleicht gibt es doch den einen oder anderen schlauen Kopf, der das erkennt und was daraus macht.
Mein Demobericht:
Ungefähr 13.00 startete vom Frankfurter Hauptbahnhof einer von 3 Demonstrationszügen eines Sternmarsches zur alten Oper. Nachdem wir in durch die Innenstadt gezogen sind, wo unter anderm an der Hauptwache ein Fußballspiel gegen die Polozei stattfand (2:0 für uns!!), kamen wir gegen 14.00 an der alten Oper an, wo fast zeitgleich mit uns die andern Demozüge eintrafen.
Nach ungefähr einer dreiviertel bis Stunde ermüdender und teils unverständlicher Reden in sengender Hitze entschlossen wir uns, unseren protest wieder auf die Straße zu tragen. Fast alle Teilnehmer schlossen sich an, als es Richtung Bockenheimer Campus ging. Von dort ging es in den benachbarten Park und dann eine Böschung runter auf die Abfahrt der A66, wobei Teile der Demonstration oben weitergingen. Schließlich gelangten wir auf die Autobahn.
Innerhalb von Minuten rückten starke Einsatzkräfte der Polizei gegen uns vor, die uns sofort mit Knüppeln und Schubsen zurückdrängten. Auf einmal kamen sie auch von der Seite (Richtung Gegenfahrbahn) und von hinten und bildeten einen Kessel. Wir versuchten wieder die Böschung herauf weg von der Autobahn zu rennen, doch die Polizei machte dicht und schubste Personen die Böschung wieder herunter. Daraufhin erklärte man uns per Lautsprecher, dass wir verhaftet wären. Das war ca. 15.30 Uhr.
Dann wurden Personen einzeln aus der Menge gezogen und zu den Polizeiwagen geführt. Dort mussten wir unsere Taschen leeren und wurden gefesselt. Nachdem wir eine Stunde in der Hitze auf dem heißen Asphalt saßen, wurden ich mit einigen anderen in einen Gefangenentransporter verfrachtet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich noch ein großer Teil der Demonstanten im Kessel.
Am Polizeirevier angekommen wurden wir zuerst in einen Käfig im Hof gesteckt. Aus diesem wurden die Verhafteten einzeln herusgeführt. Nach einer Durchsuchung, bei der man sich nackt ausziehen musste, wurden wir in Zellen mit je 5-8 Mann gebracht. Dort wurden die Inhaftierten einzeln herausgeholt, um erkennungsdienstliche Maßnahmen und Verhöre über sich ergehen lassen zu müssen.
Nach 5 Stunden (ca. 22.00) wurde ich entlassen, natürlich mit Platzverweis für die Gegend um das Revier. Im Käfig im Hof befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch ca. 80-90 Personen.
Draußen erwartete mich ein Empfangskomitee der Asta Frankfurt, die alle Freigelassenen mit Jubel begrüßte und mit Essen und Trinken versorgte.
Am Campus Bockenheim fand noch eine kleine Party im KOZ statt.
Es gab auch eine Demonstration für die Festgenommenen, die ungefähr um 20 uhr vor dem Polizeirevier stattgefunden hat, dabei sollen auch Leute verhaftet worden sein.
Außerdem wurden viele Personen in andere Städte in Polizeigewahrsam gebracht, da die hiesigen Kapazitäten ausgeschöpft waren.
Zum Abschluss ist zu sagen, dass wenn die Polizei uns von der Autobahn abrücken lassen hätte, diese nicht so lange blockiert gewesen wäre, da wir uns schon auf dem Rückzug befanden. Auch die Gegenfahrbahn zu blockieren war alleine das Werk der Polizei, die dort alles mit Einsatzwagen und Festgenommen blockierte.
Bilder unter http://erwischtorg.h759617.serverkompetenz.net/cpg132/thumbnails.php?album=521





