05. April 2004 Die neu eingeführten Gebühren drücken an der Universität Frankfurt die Studentenzahlen kräftig nach unten. Im Sommersemester werden nach vorläufigen Berechnungen der Hochschule rund 35.000 Studenten eingeschrieben sein - 18,6 Prozent weniger als im Winter, berichtete die Goethe-Universität am Montag. „Der erste Trend zeigt, daß wir mit der Erhebung von Gebühren für Langzeitstudenten die Wirkung erzielen, die wir uns erhofft haben“, sagte Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU).
Die Frankfurter Universität hatte im Wintersemester mit knapp 43.000 Studenten einen historischen Höchststand verzeichnet. Vom Sommer an sollen Langzeitstudenten und Studenten im Zweitstudium in Hessen zwischen 500 und 1.500 Euro pro Semester bezahlen. Zudem muß jeder Student 50 Euro Verwaltungsgebühr aufbringen.
2.400 von 14.500 Studierenden überwiesen Gebühr
Anders als die übrigen hessischen Universitäten hat die Goethe-Uni die Gebührenbescheide bereits verschickt. Deshalb kann sie nun als erste aussagekräftige Zahlen über die Folgen der Gebühren vorlegen. Danach haben von den rund 14.500 angeschriebenen Langzeitstudenten 2.400 die neue Gebühr überwiesen, 3.500 widersprachen der Forderung. Von etwa 8000 liegt keine Rückmeldung vor. Da die Frist zur Zahlung am 31. März ablief, rechnet die Hochschule mit zahlreichen Zwangsexmatrikulationen.

Betroffen von den Rückgängen sind vor allem die Sozial- und Geisteswissenschaften. Dort wird in einigen Fächern mit einem Minus von 25 bis 30 Prozent gerechnet.(...)
Eine dpa-Umfrage unter hessischen Hochschulen hatte vor wenigen Tagen ergeben, daß wegen der neuen Gebühren viele Studenten nach Rheinland-Pfalz gehen. Schätzungen zufolge haben rund 1000 bis 1500 angehende Akademiker das Bundesland gewechselt. Allerdings sind auch in Rheinland-Pfalz zum Wintersemester Langzeitgebühren geplant.
Quelle: faz.net und die Original-PM der Uni FFM im idw.

# Dienstag, 6. April 2004, 10:10, von heinrich in Frankfurt

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freak kommentierte am Mittwoch, 7. April 2004, 15:18:
Die meisten Studienfächer beginnen ja auch im Winter

Viele Studienfächer beginnen ja auch zum Winter und es gibt wenige die mit dem Stoff des 2ten Semesters anfangen wollen.

Das wird wohl nicht berücksichtigt, was?

Außerdem:
"Die Frankfurter Universität hatte im Wintersemester mit knapp 43.000 Studenten einen historischen Höchststand verzeichnet."

Was folgt als nächstes? Ein Aufschrei, dass im Sommersemester vor einem Jahr sich auch weniger eingeschrieben haben als beim Rekordwintersemester?

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Interessant wäre die Zahl der Studienanfänger im Sommersemester 2000 und 2004.

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heinrich antwortete am Donnerstag, 8. April 2004, 11:30:
Studienanfänger der Uni FFM 2000/2004

Wenn ich http://141.2.156.70/stat/index.html richtig bedient habe, kommt folgendes raus:
SS 2000 / SS 2004
erstmalig immatrikulierte:
1594 / 1606
neu immatrikuliert an dieser Hochschule ('Hochschulwechsler')
2047 / 1315


Ansonsten verbietet sich generell eine Replik auf Deine m.E. größtenteils unsachlichen Beiträge, sorry.
Du magst vielleicht Beitragsrekorde halten. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Quantität und Qualität.
Gruss, Manuel

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freak antwortete am Sonntag, 11. April 2004, 00:02:
Qualität

Mach dir keine Sorgen, ich verwechsle Qualität nicht mit Quantität (was sich natürlich leicht behaupten lässt, plumpes Argument)

Ach ich meinte SS2003 und SS2004, sorry. Habe das Ding auch mal bedient:

SS 2003/ SS 2004
Neu:2163 / 1619
Wechsel: 2804 / 1323

Hm, was sagen uns diese Daten? 500 NeuImmatrikulationen weniger, 1500 weniger Wechsler.

Und was sagt uns das? Ein Rückgang ist da, 25%, und nun?

Aber wenn man noch das RekordWintersemester dazu nimmt:


WS 200203 / SS 2003/ WS 200304 /SS 2004
Neu: 4564 / 2163 / 4607 / 1619
Wechsel: 1893 / 2804 / 2088/ 1323

Was sagt uns das ganze nun? Wintersemester haben generell viel mehr Einschreiber.

Und was sagt uns das über den Artikel, dass es vom WS2003/04 auf SS 2004 so viel weniger Neustudenten gibt? Die Daten sagen, dass es einfach eine reißerische Story ist, ohne was dahinter, man hätte sie auch zum SS 2003 bringen können und in den anderen Sommersemsetern wohl auch. Aber damals gab es ja kein StuGuG, welches man dafür verantwortlich machen könnte.

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moe antwortete am Montag, 12. April 2004, 13:20:
Wieso reisserisch?

Unser Wissenschaftsminister Corts sagt doch selbst, dass die niedrigeren Einschreibezahlen mit dem Stugug zu tun hätten: „Der erste Trend zeigt, daß wir mit der Erhebung von Gebühren für Langzeitstudenten die Wirkung erzielen, die wir uns erhofft haben“ Mit "Trend" bezieht er sich doch auf eben diesen Rückgang und setzt ihn zum Stugug in Beziehung (also genau das, was Du wiederum dem darauf reagierenden Artikel vorwirfst, nur dass der von einem Journalisten und nicht von einem Politiker kommt), oder nicht?
Also wenn hier jemand das Stugug für etwas feiern möchte, dann ist es doch er, der diese Äusserungen verbreitet. Dass die meist gleichgeschaltete Presse noch immer so tut als seien Äusserungen von Politikern sachlich und wahr ist ein anderes Problem.

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