Der Gießener AStA bricht den Boykott gegen Studiengebühren vorzeitig ab. Begründet wird dieser Schritt damit, dass die Unileitung unterschiedliche Fristen für die Zahlung der Gebühren setzt. "Dies bedeutet", so die Pressemitteilung, "dass ein Quorum zu einem bestimmten Datum, wie es die Vollversammlung der Studierenden beschlossen hatte, nicht zu Stande kommen kann."

Scheinbar ist die Information über die uneinheitlichen Fristen erst vor kurzem öffentlich gemacht worden. Schleierhaft bleibt dabei, warum der AStA so früh aufgibt. Schließlich sind bisher noch überhaupt keine Gebührenbescheide verschickt worden. Warum kann nicht die früheste Frist als Stichtag für das Quorum festgelegt werden?

Außerdem hat der Boykott erst kürzlich Rückenwind bekommen durch die Stellungnahme der hessischen Landesanwältin Ute Sacksofsky, die Studiengebühren in Hessen für verfassungswidrig hält (Nach Art. 59 der hessischen Verfassung ist der Unterricht unentgeltlich).

Warum die Studierendenvertretung so früh und plötzlich einknickt ist nicht nur unklar, sondern auch enttäuschend. Ein Zeitfenster bliebe auch nach der Entscheidung der Unileitung weiterhin offen. Und selbst wenn der Boykott dann scheitern würde: Ein gescheiterter Abwehrversuch ist besser als gar keiner. Besonderen Kampfgeist beweist die Gießener AStA-Politik jedenfalls nicht.

[via kHOSSmos]

# Montag, 20. August 2007, 19:12, von hoss in Giessen

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moe kommentierte am Dienstag, 21. August 2007, 13:54:
Die Hochschulleitung

... ist nicht Dein Freund. Für ein müdes lächeln sorgt allerdings auch der Satz "Der Boykott-Abbruch bedeutet indes nicht, dass der AStA Zweifel an der Wirksamkeit und Legitimität dieser Protestform hat" auf der ASTA-Site.

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eisbaer_78 antwortete am Mittwoch, 22. August 2007, 13:58:
Und wir zeigen gekonnt, dass Repression sich lohnt

UNGLAUBLICH!!!! Die absolute Intransparenz in Tüten: Wir lassen verlautbaren, dass etwas nicht so klappt, wie wir das gerne hätten. Und dann, ja dann brechen wir gleichzeitig den Boykott ab. 3 oder 4 Hanseln bestimmen einfach mal so über das Schicksal von was-weiß-ich-wievielen, die sich STUDIENGEBÜHREN NICHT LEISTEN KÖNNEN, VERDAMMTE AXT!!!
Intranzparenz, qualifizierten Ausmaßes. UND KEINER! KRIEGT! IM! VORFELD! HANDFESTE! NACHRICHTEN! Stalinism rulez in Giessen.
Demokratie - sieht anders aus.

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striking back antwortete am Donnerstag, 23. August 2007, 15:41:
Naja...

also Stalinismus sah dann schon etwas anders aus, bitte etwas Vorsicht mit dem inflationären Gebrauch von Totalitarismus-Vorwürfen...und außerdem die Bitte, diesen Blog nicht mit der nun schon etwas längerwährenden Diskussion vollzuspammen, ich denke der Blog hier sollte auch für unabhängige Berichterstattung dienen.

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eisbaer_78 antwortete am Freitag, 24. August 2007, 15:25:
unabhängige berichterstattung

Die beinhaltet auch, dass berichtet wird, wenn Leute stinkendsauer sind.
Obwohl - man kann ja mehrheitlich beschließen, das nicht in's Protokoll aufzunehmen...

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