Ich habe mal eine Mail an den Vorsitzenden der DGB NRW geschickt, da sich dieser für die von der SPD NRW propagierte "Landeskinderregelung" ausgesprochen hat.

Es würde mich freuen, wenn Herr Muscheid mehrere Mails von Studiengebührengegnern bekommen würde:

dietmar.muscheid@dgb.de

Natürlich darf aus dem unten stehenden Text feizügigst übernommen werden ;-).

Eine Antwort werde ich sinnngemäß hier posten.




Sehr geehrter Her Muscheid,

das CampusCamp Gießen kann ihrer am 21.07.2006 getätigen Äußerung, dass die sog. Landeskinderregelung der SPD NRW unterstützenswert sei, in keinster Weise beipflichten.

( http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=1412306/ufsqhj/index.html )

Vielmehr vertreten wir die Ansicht, dass Studiengebühren, egal in welcher Form, Kinder von weniger Reichen, unter anderem von Arbeitern, vermehrt vom Studium abhalten. Dadurch wird dieser Gruppe der Bevölkerung ihr Recht auf Bildung erschwert. Hinzu kommt verschärfend, dass Arbeiterkinder in Zukunft einen Kredit aufnehmen werden müssen, um sich ein Studium finanzieren zu können; im Gegensatz zu Kindern reicherer Eltern werden sie also mit einem Schuldenberg in ihr Berufsleben starten, der erst einmal abgetragen werden muss. Dieser Umstand wird dazu führen, dass ein eventuelles politisches Engagement, wenn nicht verhindert, so doch sehr erschwert wird. Auch ehrenamtliches Engagement während und nach dem Studium wird aus Kostengründen ausbleiben und ein Privileg der reichen Bevölkerungsschicht werden.
Aus der eben skizzierten Sachlage erwächst ein nicht unerhebliches Bedrohungspotential für die demokratische Gesellschaft, da sich die schon vorherrschende Schieflage der übermäßigen Repräsentation von materiell Begüterten in Parlamenten und Räten der Bundesrepublik sich weiter zuspitzen würde.
Deshalb sind wir der Ansicht, dass Studiengebühren, da sie sozial selektiv sind, in jeder Form zu bekämpfen sind, um der Bevölkerungsmehrheit, die eben nicht reich ist, den Zugang zu Bildung nicht noch weiter zu verbauen, und deren Möglichkeit der Partizipation an gewählten Institutionen nicht weitergehend zu erschweren.
Auch das Argument der Überschwemmung mit „Bildungsflüchtlingen“ kann nicht als Argument dienen, um Studiengebühren über die Hintertüre einzführen; die „das-Boot-ist-voll“ Mentalität ist, genauso wie in derzeit laufenden Arbeitskämpfen, fehl am Platz.
Vielmehr wäre es angemessen, die Abschaffung der Studiengebühren in den anderen Bundesländern zu fordern.

Aus diesem Grund setzen wir uns gegen Studiengebühren in jeder Form ein.

Für Solidarität und freie Bildung!

Mit solidarischen Grüßen,

Ihre CampusCamping Crew Gießen,

i.A.V.

Ulrich Hinderer

# Samstag, 29. Juli 2006, 11:56, von eisbaer_78 in Aktionen

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alibert kommentierte am Dienstag, 1. August 2006, 19:46:
dgb rlp und studiengebühren

der dgb rheinland-pfalz (rlp!) der für die erklärung des dortigen dgb zur landeskinderregelung verantwortlich ist, hat inzw. wegen all der beschwerden eine bestätigung seiner zustimmung zur landeskinderregelung formuliert.

und immer wieder diese sachzwanglogik:
"An einer „Landeskinderregelung“ führt allerdings dann kein Weg vorbei, wenn die CDU-regierten Länder an ihren Plänen zur Einführung allgemeiner Studiengebühren festhalten."

das ist kein deut besser als rokos dummes geschwätz hier in hessen!

aber schaut selber beim dgb rlp: http://www.dgb-rlp.de/

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