Sie haben heute den Nahverkehr lahm gelegt, wegen der Studiengebühren. Sorgen Sie erst einmal dafür, dass Studenten nicht zu Langzeitstudenten werden, Sie haben sich disqualifiziert, haben Sie einmal daran gedacht, dass Sie Arbeitnehmer, die von der Arbeit kommen oder fahren müssen " bestraft" haben, ich kenne Personen, die dadurch 2 u. 3 Stunden unterweges sind.

Was haben Sie durch die Arbeitnehmer - Steuerzahler - für Vorteile: Sie fahren preiswert im Nahverkehr, haben Vorteile in der Krankenversicherung, haben mehr Arbeitschanchsen, verdienen später mehr Geld, haben bessere Rente etc, etc...
Wikkeb Sie alles umsonst haben, setzen Sie sich auf den Hosenboden und setzen Sie Ihre überschüssigen Aktiviteten in nachvollziehbare Tätigkeiten ein.

Man sollte wirklich überlegen ob man nicht Strafantrag stellt
Gruß
Frischmuth
In

# Mittwoch, 21. Juni 2006, 20:05, von frischmuth in Aktionen

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lighthousekeeper kommentierte am Mittwoch, 21. Juni 2006, 21:23:
Sehr geehrter Herr Frischmuth,

Dass Sie hierher gefunden haben, zeugt davon, dass Sie sich über die Schreibung des Begriffs "Protest" durchaus im Klaren sind. Um unsere Motive zu verstehen, gilt es deswegen nun, auch noch die Bedeutung dieses Schlagworts zu verinnerlichen. Unser Protest erfolgt unter anderem mit der Zielsetzung, die kaum bis halb-informierte Bevölkerungsmasse über den von uns bemängelten Missstand, seine moralische und verfassungsrechtliche Fragwürdigkeit sowie seine potenziellen Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt zu informieren. Dies kann nicht geschehen, ohne dass eine Aufmerksamkeit für dieses Anliegen erkämpft wird. Eine sinnvolle Protestform ohne Leidtragende kann es deswegen leider nicht geben.

In der Tat genießen Studierende und Studierte bestimmte Vorzüge gegenüber der Restbevölkerung.
Wie lässt sich dieses schwerwiegende Problem nur lösen? Studium abschaffen? Ich denke nicht. Viel erstrebenswerter wäre es doch, sicherzustellen, dass jedem Menschen unabhängig von seiner sozialen und nationalen Herkunft die Chance eines Studiums gewährt wird. Unter keinen Umständen darf es dagegen Ziel der Politik sein, diese Vorzüge nur noch Mitgliedern der privilegierten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen! Die geplante asoziale Behandlung von Ausländern, die für die gleiche "Dienstleistung" den dreifachen Preis zahlen sollen und denen dabei die Möglichkeit eines Darlehens verwehrt werden soll, potenziert die Unmenschlichkeit dieses Gesetzesentwurfes dabei noch.
Für jeden Bürger, der sich selbst als Eigentümer eines sozialen Gerechtigkeitssinns sieht, kann es deswegen zu diesem Zeitpunkt keine nachvollziehbarere Tätigkeit geben, als seine Stimme sowie seinen Hosenboden gegen diesen Willkürakt zu erheben.

Mit freundlichen Grüßen

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crazyjones kommentierte am Mittwoch, 21. Juni 2006, 21:30:
Wie Bitte?

Wer bitte soll für was sorgen?
Ich versteh nur Bahnhof.;)
Diqualifiziert hat sich ja wohl die Polizei heute, die sich wiedermal
nur mit blindem "drauflosprügeln"
weiterzuhelfen vermochte. Zu den sonstigen "Argumenten" kann man eh nur noch den Kopf schütteln.
Der Öffentlichkeit sollte endlich bewusst werden, das wir Demonstrieren um eben nicht zu Langzeitstudenten zu werden.
(zusätzliche Arbeitsbelastung usw.) Langfristig werden Studiengebühren der gesamten Gesellschaft sehr viel teurer zu stehen kommen, als die paar Millionen die mit ihnen eingenommen werden.
mfg gestresster Student

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janxyz kommentierte am Mittwoch, 21. Juni 2006, 21:31:
Liebe/r Frischmuth In

Wir haben heute den Nahverkehr blockiert. Wir tun das nicht gerne. Es ist auch nicht unser Ziel, dass Arbeitnehmer wie Sie Unannehmlichkeiten haben. Unser Problem ist: Das Blockieren des Verkehrs ist die einzige Möglichkeit des Protestes, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Es ist die einzige Möglichkeit wie wir, die keine Lobby, keine Handwerkskammer, keinen BDI haben, Druck auf die Landesregierung ausüben können.
Ich entschuldige mich gerne und in aller Form bei all jenen, die durch unseren Protest unschuldig betroffen werden.
Aber: In einer solchen Situation geht das langfristige Wohl der Mehrheit über das kurzfristige Wohl der Minderheit.
Es ist legitim, dass Arbeitnehmer für einen befristeten Zeitraum auf ihrem Arbeitsweg behindert werden, wenn dadurch ein großer Schaden für die deutsche Gesellschaft abgewendet werden kann.
Haben Sie sich schon einmal überlegt, was Studiengebühren für Sie persönlich bedeuten? Ich kenne weder Ihre persönliche Lebenssituation, noch ihr Alter oder Geschlecht.
Aber: Es gibt keinen Gesellschaftsteil, der nicht negativ von Studiengebühren betroffen wird.

Natürlich ist klar, dass Studienfähige aus sozial schwachen Familien vom Studieren abgehalten werden.
Es trifft aber auch Menschen mit niedrigerem Schulabschluss, die plötzlich auf dem Ausbildungsmarkt mehr Konkurrenz bekommen durch Abiturienten, die sich ein Studium nicht leisten können.
Es trifft die Wirtschaft, die künftig nur noch Universitätsabsolventen vorfindet, die nicht durch ihr Wissen und Können qualifiziert sind, sondern in erster Linie durch den Geldbeutel ihrer Eltern.
Es wird auch Sie treffen. Überlegen Sie mal, was passiert, wenn all die Studenten, die keinen Kredit, der mit 7,5% verzinst ist aufnehmen wollen, einen Job zur Studienfinanzierung finden. Meinen Sie, unser Arbeitsmarkt hält über 2 Millionen zusätzliche Jobsuchende aus, die zudem noch bereitwillig für die niedrigsten Löhne arbeiten?
Jeder dieser über 2 Millionen jobbenden Studenten wird einen regulären Arbeitnehmer aus seinem Job verdrängen. Ganz einfach, weil Studenten für weniger Geld arbeiten.
Da wären wir mit einem Schlag bei 7 Millionen Arbeitslosen.

Deutschland nimmt Schaden an Studiengebühren. Denn was zeichnet denn die deutsche Wirtschaft aus, wenn nicht die große Masse an hochqualifizierten Arbeitskräften. Wir haben keine Rohstoffe, wir haben keine billigen Löhne. Qualifikation ist das einzige, was wir zu bieten haben. Wenn jetzt jedoch wie in Österreich nach der Einführung von Studiengebühren fast 20% weniger Menschen studieren, leidet als erstes die Wirtschaft darunter, denn sie wird künftig nicht mehr auf einen solch großen Pool an hochqualifizierten Arbeitskräften zurückgreifen können. Leider sind unserer Regierung kurzfristige Einsparmöglichkeiten wichtiger als die langfristige Sicherung des Standortes Deutschland.

Zu ihrem Einwand, wir sollten unsere Energie für nachvollziehbare Tätigkeiten einsetzen:
Ich studiere in Gießen Angewandte Theaterwissenschaften. Die Studenten dieses kleinen Studienganges stellen jedes Jahr in Eigenregie zwei renommierte Theaterfestivals auf die Beine. Gerade ist es wieder soweit. Ich arbeite aktiv in der Festivalorganisation mit, gehe auf die Straße für unsere Zukunft und studiere nebenbei noch. Auf diese Weise komme ich auf eine 70-Stunden-Woche. Diese Arbeit in der Festivalorganisation ist Schaffen von Kultur die jedermann zugute kommt. Normalerweise erhält man für solche Tätigkeiten Bezahlung. Wir leisten es umsonst. Beide Festivals werden in Zukunft nicht mehr möglich sein, weil die Mehrheit unserer Studierenden die Zeit braucht, um Geld für Studiengebühren zu verdienen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen unsere Lage, und damit meine ich die Lage aller Bürger dieses Landes, näher bringen.

Gruß
Jan Buck

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siebenschlaefer antwortete am Donnerstag, 22. Juni 2006, 13:27:

Liebe(r) Frischmuth(in),
leider vergessen Sie in Ihrer Argumentation über den besagten Tellerrand zu schauen.
Es geht nicht darum Blockaden aus Spaß durchzuführen. Wir treten für Rechte ein von denen im Besonderen auch Sie (noch) profitieren. Ich bedaure zudem Ihre Ortographie.
Ich solidarisiere mich mit allen Festgenommenen und werde Proteste JEGLICHER Form in Zukunft weiterhin unterstützen.
Euer Widerstand ist auch mein Widerstand!!!

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frischmuth antwortete am Donnerstag, 22. Juni 2006, 18:57:
Protest

ich habe nichts gegen Proteste, nur sollten diese so gestaltet sein, daß keine Gefährdung davon ausgeht, z. B. Personen im S- Bahn Tunnel. Denken Sie auch einmal daran wie ea einem Zugführer ergeht, der eine Person erfaßt u. tötet?
Ich entschuldige mich für die Schreibfehler, wobei ich denke, dass Inhalte des Schreibens wichtiger sind.
Wenn Sie meinen dieses Thema ist eines Protestes wert, dann denken Sie auch einmal an die Rentner u. Kranken, die abgezogt werden.
Interessant ist auch, dass kein Briefschreiber auf die Langzeitstudenten eingegangen ist, die, Gott sei dank, eben durch die Gebühren gesunken ist.
Mfg
Frischmuth

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cmdr antwortete am Freitag, 23. Juni 2006, 00:57:
Langzeitstudenten?

"Gott sei dank"? Wem haben die armen Langzeitstudenten denn etwas getan?
Jeder soll jederzeit soviel Wissen anhäufen können, wie er will.
Ferner: Wem tun diese Leute weh? Ob ich nun über 9 Semester Regelstudienzeit hinweg insgesamt 100 Seminare besuche oder über 15 Semester hinweg insgesamt 100 Seminare besuche (z.B. wegen Kind, Nebenjob, ehrenamtlichen Tätigkeiten uvm.), das sollte der Universität eigentlich kein Unterschied sein... Ansonsten ist sie schlecht organisiert.

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siebenschlaefer antwortete am Freitag, 23. Juni 2006, 18:16:

Lieber Frischmuth,
leider haben Sie in Ihrer Antwort abermals nicht über den Tellerrand geschaut.
Anscheinend sind Sie schlecht informiert, denn während vieler Demos in Marburg waren auch Rentner protestieren. Wir demonstrieren shcon lange nicht nur gg.Studiengebühren, sondern eine Politik, die sich auch gegen Sie richtet.
Oder können Sie voller Inbrunst sagen zufrieden mit der Steuerpolitik, Gesundheitsreform, Arbeitsbedingungen usw. zu sein?
Wo gehobelt wird, fallen Spähne. Leider, jeder schaut auf den eigenen Geldbeutel und das ist in diesem Land einer der großen Fehler.
7500 Allianzmitarbeiter dürfen ihren Arbeitsplatz räumen, erst jetzt verstehen diese Mitarbeiter, was uns Politik & Wirtschfat vorgaukelt. Demosntrieren Sie einfach mit frischmuth, seien Sie kreativ und organisieren und unterstützen Sie uns.
Das wäre eine vernünftiger Ansatz.
Ich entschuldige mich für die Schreibfehler, wobei ich denke, dass Inhalte des Schreibens wichtiger sind.
Wenn Sie meinen dieses Thema ist eines Protestes wert, dann denken Sie auch einmal an die Rentner u. Kranken, die abgezogt werden.
Und es geht schon lange nicht mehr um polemisches Gelabere um Langzeitstudenten.
Sehr gerne stehe ich Ihnen höchstpersönlich zur vernünftigen Diskussion bereit.
Kein Langzeitstudent,
ein Hessischer Student in der Regelstudienzeit und sehr guten Studienleistungen.
Gruß

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