Natürlich will keiner zahlen. Jeder weiß, daß vom Staat verwaltetes Geld schlecht verwaltetes Geld ist. Wo immer eine große Menge Geld eingesammelt wird, lädt das auch zum Missbrauch ein.

Wir alle kennen die extremen Fälle von Bafög Missbrauch, von Scheinstudenten, die nur die Steuervorteile und KV/RV Freiheit genießen wollen. Jeder stolpert über die Leute in der Mensa, die billig essen, aber nicht studieren.

Besser ist es doch, seine Ausbildung und Zukunft selbst zu gestalten und durch Leistung auch sebst zu bestimmen. Ein zielgerichtet durchgeführtes Studium ist eine gute Voraussetzung für hohe und höchste Einkommen in der Zukunft.

Jetzt sollen die zukünftigen Ärzte, Anwälte, Manager, Spitzenwissenschaftler und Professoren einen kleinen Beitrag zu den immensen Kosten der Ausbildung leisten, denn die Allgemeinheit kann die schon seit Jahren auf Pump finanzierten Leistungen nicht mehr verkraften.

Wenn aber dieser kleinste Beitrag auch nicht geleistet werden soll, wo soll das Land das Geld denn dann hernehmen?

Stimmt ab:
Wenn das Land Hessen effektiv 640 Millionen Euro weniger Steuern einnimmt, an den Universitäten aber keine Studiengebühren eingeführt werden sollen, wie soll dann die fehlenden ca. 50.000.000 Euro finanziert werden?

 
50% (1 Stimme)
Altenheime und -pflege kürzen.

0% (0 Stimmen)
Kindergärten und Kinderbetreuung einstellen / kürzen.

0% (0 Stimmen)
Leistungen an sozial Bedürftige einstellen / kürzen.

 
50% (1 Stimme)
Steuern erhöhen.

0% (0 Stimmen)
Noch mehr Schulden machen.

Insgesamt: 100% (2 Stimmen)

Angelegt von tobiit am 2003/12/08 21:31.
Diese Abstimmung wurde am 2003/12/23 17:44 beendet.

# Dienstag, 9. Dezember 2003, 10:20, von tobiit in Allgemeines

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moe kommentierte am Dienstag, 9. Dezember 2003, 11:20:

Auch dieser Beitrag ist leider inhaltlich falsch. Zu Deiner polemischen Umfrage; Vielleicht sollte man noch die Optionen einbauen, dass bereits zum Gegenwärtigen Zeitpunkt dem Land Hessen jährlich 1-2 Milliaren € durch Steuerflucht der Konzerne und Grossverdiener durch die Lappen gehen.
Und billiges Essen in der Mensa würde ich gerne mal sehen! Ich zahl da immer 2€ für nen Teller Aldi-Nudeln und 1,05€ für ganze 0,5 Liter Cola.
Weiterhin werden in vielen Geisteswissenschaftlichen Studiengängen keineswegs "Ärzte, Anwälte, Manager, Spitzenwissenschaftler und Professoren" ausgebildet, wie auch Du sehr wohl weisst.
Ich bin gespannt, ob und wann Du mal in der Lage bist, auch nur ein valides Argument vorzubringen.

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tobiit antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 11:51:
Also doch nicht. Hatte mir's fast schon gedacht

Es schien mir doch die ganze Zeit schon so, daß an deutschen Universitäten in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen keine top wissenschaftlichen Leistungen mehr erbracht werden - aber ich hatte immer noch gehofft!

So krass wie Moe - daß in vielen Geisteswissenschaftlichen Studiengängen keineswegs "... Spitzenwissenschaftler und Professoren"ausgebildet (werden) - das hier verkündet hätte ich das aber nie angenommen.

Wer besseres Essen möchte kann entweder für das gleiche Geld selbst kochen oder ins Restaurant gehen (kostet dann aber auch mehr). Ich wäre froh, wenn bei uns in der Kantine die Cola nur 1,05 € kosten würde.

Was möchtest Du denn gegen die Steuerflucht tun? Die Unternehmen schließen oder die Großverdiener einsperren? Immerhin tragen in der Bundesrepublik nach der offiziellen Statistik über Lohn- und Einkommensteuer der Bundesfinanzministeriums die 5% Top-Verdiener der Bundesrepublik 40% des Steueraufkommens - also genausoviel wie die 85% der unteren Steuerklassen! Diese Zahl (5% zahlen soviel wie 85%) ist amtlich!

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moe antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 11:59:

Gegen Steuerflucht hat der Verband der Steuerprüfer vorgerechnet, dass jeder eingestellte Steuerprüfer jährlich ca. 400000€ zusätzlich reinholt. Angesichts unserer Arbeitslosenzahlen gehe ich davon aus, dass genug qualifizierte Leute auf der Strasse stehen, die das tin könnten.
Nebenbei halten diese 5% ja auch mindestens 40% des Kapitals. Und wie Du ganz richtig ausführst sind es genau diese Leute, die ebenso für einen absoluten Grossteil der jährlich am Staat vorbei ergaunerten 2 Milliarden verantwortlich sind.
Und wenn nun einige Herren einer CDU-Landesregierung in den Vorständen grosser Firmen sitzen dann kommt ja nun schon eins zum anderen wenn man sich fragt wieso sich das Land nicht gegen Einnahmen in Milliardenhöhe, die ihm schon jetzt - auch ohne zusätzliche Gesetze oder Gebühren - durch die Lappen gehen wehrt.
Zu "... Spitzenwissenschaftler und Professoren": Ich gehe davon aus dass Du sehr wohl weisst, dass wir uns grösstenteils schon längst auf Massenuniversitäten eingelassen haben. Die von Dir genannten Positionen sind aber hierarchische, elitäre Positionen. Sie definieren sich eben dadurch, dass sie - auch oder gerade im Hochschulbereich - eben nicht einer breiten Masse zugänglich sind.
Zu behaupten, jeder Student der Soziologie oder Heil- und Sonderpädagogik beispielsweise würde ein hochverdienender Spitzenwissenschaftler, wenn er nur die entsprechende Leistung bringt, ist schlichtweg an der empirischen Realität vorbei argumentiert. Das wäre gesellschaftlich auch genausowenig möglich wie erwünscht.

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tobiit antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 12:09:
Steuerung

Mhh. Das ist ja auch wieder ein gutes Argument.

Wenn wir also die Studenten an der Massenuniversität auch bei entsprechender Leistung keine Chance auf einen gut bezahlten Job haben, sollten wir dann nicht die Studiengebühren so festlegen, daß
- nicht sozial Schwache - nach langem Studium - als Arbeitslose oder Unterbezahlte darstehen,
- Zugang zu diesen Fächern nur noch Leuten möglich ist, die nach dem Studium evtl. auch ohne Einkommen überleben könnten (z. B. Superreiche).
- und wäre es dann nicht gesellschaftlich wünschenswert, statt arbeitsloser Heil- oder Sozialpädagogen, gute (und gutbezahlte) Mauerer, Schlosser, Kaufleute oder Arzthelfer zu haben?

Auch dabei würde eine entsprechende Studiengebühr ja helfen!

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moe antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 12:19:
Steuerung

der Hochschulen entspräche wohl eher dem Bild eines totalitären Staates.
Ausserdem sind ja nicht alle die dies studieren arbeitslos, ich will damit nur sagen dass sie nicht per se zu den zukünftigen Grossverdienern gehören.
"Studium nur für Reiche" scheint hier in der Tat der Weg zu sein, den die Landesregierung einschlägt. Dass dadurch sehr viel geistiges Potential verloren geht, sollte klar sein.

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tobiit antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 12:28:
Da muß man ja sehr reich sein

um sich 100€ pro Jahr leisten zu können.

Und all die Staaten, an denen es Studiengebühren gibt, das sind dann totalitäre Staaten.

Komisches Weltbild.

Wenn ich bei der VHS einen Englischkurs mache, und die VHS ist ein Verein, der keinen Gewinn macht, kostet mich das 55€ für 10 Stunden.

Ich hatte gedacht, daß ein Studium mindestens genauso viel wert sein sollte.

Wenn ich mein geistiges Potential heranbilden möchte und z. B. einen Philosophiekurs in der Kartause Ittingen belege, dann zahle ich für das Seminar (ein Wochenende) 1300 ChF.

Warum muß das Studium da eigentlich umsonst sein? Wir haben gratis Grundschule, Mittelschule, Oberstufe - ist das nicht schon sehr viel?

Ein einziger Jura-Studienplatz kostet das Gemeinwesen im Schnitt 45.000 € pro Jahr - da sind 100 € eigentlich nur als "Geste des guten Willens" zu werten. Und selbst an dieser Geste fehlt es noch.

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moe antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 13:10:
"Komisches Weltbild?"

Ich werde nächstes Semester nicht 100, sondern ca. 1060€, alles in allem, an die Uni zahlen müssen.
Und Du fordert also geisteswissenschaftliche Studiengänge nur noch für Superreiche und unterstellst mir ein komisches Weltbild?

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tobiit antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 13:55:
Konjunktiv ...

Lieber Moe,

leider scheint das Verständnis des Konjunktivs Probleme zu bereiten.

Ich trete nicht für "geisteswissenschaftliche Studiengänge nur noch für Superreiche" ein, sondern habe in Frage gestellt, warum es gesellschaftlich Sinn machen sollte, eine Massenuniversität in Kauf zu nehmen, um vielen ein geisteswissenschaftliches Studium für Umsonst oder zum kleinen Preis zu ermöglichen, die danach keine Aussicht auf einen entsprechend bezahlten Job haben.

Wenn ich schon 4-7 Jahre eines arbeitsfähigen Lebens mit Studieren verbringe, also entgangenen Arbeitslohn als Ungelernter / Ausgebildeter von ca. 96.000 € - 168.000 € in Kauf nehme (bei durchschnittlich 24 T€ Brutto im Jahr), dann muß ich mindestens die Verzinsung dieser Investition mehr verdienen können, als ohne Studium (bei 2,5% also im Schnitt 3350 € Brutto pro Jahr mehr), sonst ist das doch wohl gesellschaftlich unsinnig und eher im Bereich Privatvergnügen anzusiedeln (das sollte dann aber auch nicht von der Allgemeinheit finanziert werden müssen - oder?)

So richtig Sinn für die Gesellschaft macht das dann tatsächlich aber nur, wenn ein Gegenwert in Höhe der Studienkosten erwirtschaftet wird, also nach 4 Jahren und 25000€ Kosten pro Jahr für einen Studienplatz in Geisteswissenschaften also 100.000€ + Zinsen (die muß der Staat ja für die Schulden auch aufbringen) in irgendeiner Form wieder zurückfließen, z. B. in Form der Differenz der Steuern eines gutverdienenden Akademikers im Vergleich zu einem ungelernten Arbeiter.

Man könnte auch gegenrechnen, daß die Geisteswissenschaftler ja einen irgendwie zu bewertenden Beitrag zur "Gesellschaft" leisten, auch ohne Geld zu verdienen, das wird dann aber sehr schwierig und ist auch schwer zu argumentieren. In diesem Fall würde ich dazu tendieren, daß die Öffentlichkeit z. B. durch Spenden oder Stiftungen, statt durch die erzwungenen Steuern, ihre Wertschätzung direkt zum Ausdruck bringt.

Ich habe es satt, vom Finanzamt und Sozialsystemen 60% meines Einkommens weggenommen zu bekommen und dann zu hören, daß die es ja soviel besser wissen als ich, wofür mein Geld ausgeben werden sollte.

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moe antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 14:14:

Vielleicht liegt das Problem ja einfach darin, dass viele geisteswissenschaftliche Fächer schlichtweg nicht in die kapitalistische Bewertungslogik passen. Die Tatsache dass in den Geisteswissenschaften weniger Geld verdient wird ist meines erachtens nach kein Qualitätskriterium.
Nebenbei stehen Studenten insgesamt gesamtgesellschaftlich ja ganz gut da, wenn es um Arbeitslosenquoten geht (4% glaub ich).
Und die Arbeit eines Heil- und Sonderpädagogen meinetwegen (nein, ich bin keiner) durch Spenden und Stiftungen finanzieren zu wollen ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur vor der Tatsache, dass genau diese Gelder und Zuschüsse ja gerade massiv zusammengekürzt werden, wie man zb hier nachlesen kann:
http://www.fr-aktuell.de/_img/_cnt/_online/pm_sparpaket_sammelmeldung3.pdf

Du fordert also quasi auch eher das Gegenteil dessen, was der Landesregierung so vorschwebt. Die werden dafür, dass alle zahlen müssen ja schliesslich noch die Gelder für die Unis kürzen und den gesamten Sozialen Bereich massiv zusammenstreichen. Leistung für 's Geld gibt's also überhaupt keine. Es wird verwendet, um ein Haushaltsloch zu stopfen, was durch die Steuerhinterziehungen der Wirtschaft erst entstanden ist.
Es lässt sich nicht leugnen, dass sich die Politik einem kapitalistischen Diskurs zur Gänge unterwirft und diesen auch noch mit aller Gewalt in die Universitäten hineinträgt. Als alleinige Grundlage wird dieser den Wissenschaften aber auf keinerlei Art und Weise dienen können.
Im letzten Absatz machst Du ja auch deutlich worum es wirklich geht: Um Egos, um Geld, um persönliches Kapital.
Deswegen sprt unsere Landesregierung ja auch in der allergrössten Härte bei den Schwachen und Armen. Sie haben nun mal keine Lobby mit wirtschaftlicher Macht. Und das scheint die einzige Sprache zu sein die hier noch zählt. Armseliges Hessen.

Nebenbei sind sich die gesamte politische Opposition, weiterin die Hochschulkonferenzen der Präsidenten, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und eigentlich alle Spezialisten aus dem Sektor einig, dass Gebühren für LangzeitstudentInnen keinen Sinn machen. Egal, wie sie zu allgemeinen Studiengebühren stehen!
Sie alle haben erkannt, dass Gebühren für Langzeitstudenten eine politische Farce ist, die sich beim Stammtisch-Wähler nun mal einer breiten Masse gegenüber am besten durchsetzen lässt.
Fachliche Argumente dafür gibt es keine.

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tobiit antwortete am Dienstag, 9. Dezember 2003, 14:32:
Spenden von privat an privat ... Verständnis

Das ist ja schon wieder krass ...

Der Staat muß aus der ganzen Geschichte raus! Ich spreche davon, daß ich persönlich einen Überweisungsbeleg ausfülle und das Geld spende oder stifte.

Dazu brauche ich doch keinen Staat als "Durchlauferhitzer"!

Was ich für Förderungswürdig halte, das fördere ICH! Ich renne nicht zum Staat und rufe: "Hallo, ich halte das für förderungswürdig, fördert ihr das mal!"

Mit welchem Recht wollt Ihr an mein Geld? Ich möchte frei und selbstbestimmt leben dürfen, aber Ihr nehmt mir meine Lebenszeit (die ich in Arbeit investieren muß) weg!

Mit welchem Recht. Warum darf ich nicht entscheiden, was mit meiner Zeit und meinem Geld passiert. Warum darf ich nicht entscheiden, ob mir ein Sozialpädagogie-Studienplatz etwas wert ist oder nicht.

Was ist denn daran bitte "kapitalistische Bewertungslogik". Ich möchte über meine Zeit selbst bestimmen dürfen. Ich möchte mich selbst verwirklichen und Freiräume nutzen - aber der Staat nimmt mir, meiner Frau und meinen Kindern mehr als 60% meines Einkommens weg.

Da kann man schon ein bischen Verständnis dafür aufbringen, daß ich nicht begeistert bin, wenn ich die aufgeblasenen, ineffizienten und durch Studenten verdreckten Wohltatsunis sehe, wo Stühle und Tische durch Studenten beschädigt sind und an denen einige den langen Tag vertändeln und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

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