StudentInnen haben die Eröffnung des dritten Ikeas in Berlin am heutigen Tage für eine derzeit noch andauernde Protestaktion genutzt. Dies meldete Radio Fritz in den letzten Minuten. Mit den Ikeapreisschildern nachempfundenen Preisschildern habe man vor und in dem neuen Kaufhaus auf die Spar- und Gebührenpläne aufmerksam gemacht: "Studieren: früher 0 Euro, jetzt 500 Euro" oder "Lernst Du noch oder sparst Du schon?". Im Innern haben sich die StudentInnen auf Betten und Couchen breit gemacht. Die Kaufhausleitung habe nicht vor gegen die Protestierenden vorzugehen: "Auf der Couch zu liegen ist kein Verstoß gegen die Hausordnung."

# Donnerstag, 27. November 2003, 11:47, von immo in Berlin

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moe kommentierte am Donnerstag, 27. November 2003, 12:13:
Studierende: In Berlin Gäste, in Hessen Kriminelle?

Dass ihr in Berlin von Ikea wie auch von der PDS als Gäste angesehen werdet, freut mich sehr. Hier im schwarzen Hessen marschieren immer nur Polizisten in Kampfmontur auf.

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immo antwortete am Donnerstag, 27. November 2003, 12:21:
Naja, Gäste ...

Das ist auch nur das, was in der Pressemitteilung steht.

Man schaue sich mal diese Bilder der Besetzung des PDS-Büros und die Kommentare an. Da wurde zum Teil auch losgedroschen.

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moe antwortete am Donnerstag, 27. November 2003, 12:34:
Oooops...

Wann legt die Presse mal ihre Gleichschaltung ab, und berichtet über das was auch passiert?
Lasst Euch nicht unterkriegen!

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djo antwortete am Donnerstag, 27. November 2003, 13:57:
Verwertungslogik?!

Ich sehe auf dem einen Transparent den Slogan "Für ein Leben jenseits kapitalistischer Verwertungslogik". Zwar ist eine "kapitalistische Verwertung" vordergründig Grund der Studiengebühren. Nicht zwangsläufig jedoch auch folgerichtig: Die Studiengebühren engen die wissenschaftliche Freiheit insofern ein, als dass das Kapital Wissen überhaupt nicht mehr effektiv eingebracht werden kann in die Wirtschaft. Viele Innovationen brauchen enorm viel zeit zum Entwicklen und entstehen auch zum Teil nebenher, dh. gar nicht primär als Ziel. Nicht umsonst fordern auch Wirtschaftsverbände "gegen den Trend in die Hochschulen" zu investieren!!!
Und wie ich denke, ist die momentane Politik nicht nur wissenschaftsfeindlich, sondern auch und vor allem dadurch wirtschaftsfeindlich!
Kein Studie wird etwas dagegen haben können, wenn sein Lebensstandard steigt. Bierdeckel gibt es genug, worauf man eine gute Geschäftsidee festhalten kann. Nur fehlt eben die Zeit - und das Verständnis in der Öffentlichkeit.
Btw: Yahoo, Microsoft, BSD - sind diese Unternehmen als StartUps ausserhalb der Uni denkbar gewesen?
Auch möchte ich darauf hinweisen, dass seit ein paar Jahren der Geldwert nicht mehr am Goldwert, dh. an die Arbeitszeit gekoppelt ist. Paradox zwar - jedoch müssen sich auch Marxisten wohl damit abfinden, dass in der Postmoderne andere Kapital-Regeln als zuvor. Folgedessen müssen andere Argumente her! Interessant wären m.E. die ersten öffentlichen Reaktionen auf die Forderung, einen Teil der bundesdeutschen Goldreserven zu veräussern und damit die Unis zu finanzieren :)

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